Bericht über das Psychosoziale Forum am 17. März 2010
Am Mittwoch, den 17. März 2010 fand das erste Psychosoziale Forum des Psychosozialen Trägerverein Sachsen e. V. statt. Bisher lief diese zweimal jährlich stattfindende Veranstaltung unter dem Namen „Forum für Psychiatrie“.
Veranstaltungsort war die Begegnungsstätte der Volkssolidarität „Amadeus“ auf der Striesener Straße 2 in Dresden.
Das Thema lautete:
„Es geht auch anders … „
Vorstellung von Krisenprojekten in Deutschland und Überlegungen für Dresden
Um 19:00 Uhr eröffnete Herr Herklotz, Geschäftsführer des Psychosozialen Trägerverein Sachsen e. V., die Veranstaltung. Er bedankte sich bei allen Gästen für die Teilnahme und freute sich auf einen interessanten Abend mit anregenden Diskussionen.
Frau Hänel vom Paritätischen Sachsen übernahm die Moderation der gesamten Veranstaltung. Sie stellte sich und ihre Arbeit bei der Parität vor und begrüßte die Podiumsmitglieder Herrn Schnabel, Herrn Bautz und Herrn Dolinski vom Psychosozialen Trägerverein Sachsen e. V.
Aus dem Publikum wurden Wünsche, die vorher von Klienten des PTV gesammelt wurden, verlesen. Was wünsche ich mir in einer Krise? Unter anderem wurde genannt:
„Ich möchte die Krise wegzaubern können.“,
„Ich brauche jemanden zum Reden, offene Gespräche – also eventuell ein Gespräch oder aber auch mehrere Gespräche am Tag – je nach Krisensituation.“,
„Ich möchte in der Krise dann in ein Haus mit einem Garten gehen können – ein Ort mit Musik und Massagen,… ein Garten mit Freunden, … ein Ort zum Wohlfühlen und Reden.“,
„Abends möchte ich wieder zurück ins Vertraute … in meine eigene Wohnung, während des Tages hilft mir die Tagesstätte.“,
„In der Krise brauche ich gerade Nachts einen geschützten Raum.“,
„Ich möchte in der Krise eine Einrichtung besuchen können, in der ich bekannt bin und ich mich verstanden fühle.“,
„In der Krise hilft mir Gemeinschaft – Gemeinschaft, in der ich Anerkennung bekomme.“,
„Familie brauche ich nicht in der Krise, da ich in der Familie schnell Druck bekomme…“,
„In der Krise brauche ich Gemeinschaft, am besten könnte ich mir vorstellen, für kurze Zeit bei einer Familie oder Freunden unter zu kommen.“,
„In der Krise möchte ich nicht ins Krankenhaus müssen, weil ich nach der Entlassung wieder bei Null anfangen muss.“,
„In der Krise brauche ich Gemeinschaft, am besten könnte ich mir vorstellen, für kurze Zeit bei einer Familie oder Freunden unter zu kommen.“
Frau Hänel führte nun mit einer Power-Point-Präsentation in die Thematik ein und zeigt Hilfsmöglichkeiten bei einer Krise in der Stadt Dresden sowie Sachsenweite und Deutschlandweite Angebote auf. Hier können Sie die Präsentation ansehen: Präsentation Frau Hänel.
Im Anschluss stellte Herr Herklotz ebenfalls mittels Präsentation zwei Möglichkeiten dar, die sich in Berlin für Menschen in einer psychischen Krise bieten. Diese wären zum einen das Weglaufhaus Berlin „Villa Stöckle“ sowie zum anderen die Krisenpension.
Für eine Aufnahme im Weglaufhaus ist zwingende Voraussetzung, dass die Aufgenommenen von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind.
In der Krisenpension können alle sich in einer akuten Krise befindlichen Menschen aufgenommen werden. Ausschlusskriterien sind primäre Suchterkrankungen, organische Psychosen sowie akute Selbst- und Fremdgefährdung. Einen genauen Überblick über die Angebote können Sie sich in der beigefügten Power-Point verschaffen: Präsentation Weglaufhaus und Krisenpension
Herr Dolinski, Herr Bautz und Herr Schnabel stellen nun das Bremer Modell „Rückzugsräume“ dar. Die drei Herren waren im Januar 2010 zu einem Praktikum in Bremen bei GAPSY (Gesellschaft für Ambulante Psychiatrische Dienste GmbH) und berichteten über Eindrücke, Fakten und Erlebtes. Den Bericht können Sie hier nachlesen: Bericht aus Bremen
Unter http://www.gapsy.de/rueckzug1.html können Sie sich gern weitere Informationen zu den dortigen Rückzugsräumen holen.
Hier können Sie Fotos aus den Rückzugsräumen ansehen.
Aus dem Publikum werden Fragen gestellt, die die Abläufe betreffen und ob es eine derartige Einrichtung auch in Dresden geben wird.
Herr Herklotz stellt als letzten Vortrag des Abends die Pläne des Psychosozialen Trägerverein Sachsen e. V. vor, ein Krisenhaus in Dresden zu implementieren. Der Verein verfügt bereits über ein entsprechendes Objekt, welches sich auf der Huttenstraße 4 in Dresden-Striesen befindet. Dieses muss noch saniert werden, bietet aber optimalen Platz für Rückzugsräume. Durch die Nähe zu den anderen Angeboten des Psychosozialen Trägerverein Sachsen e. V. sowie zur Uniklinik sind gute Voraussetzungen gegeben. Mehr Informationen in dieser Präsentation: Vorstellung Krisenräume in DD
Wann genau das Rückzugshaus Dresden für den Einzug von Klienten bereit ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Maßgeblich ist der Abschluss eines IV-Vertrages (Integrierte Versorgung) mit der Techniker-Krankenkasse sowie als Grundvoraussetzung die Sanierung des Objektes. Dafür werden derzeit Fördermittel beantragt.
Aus dem Publikum gibt es keine weiteren Fragen. Frau Hänel fasst die Informationen kurz zusammen und verweist auf das nächste Psychosoziale Forum, was am 29. September 2010 stattfinden wird. Auch im Herbstforum soll das Thema Krisenprojekte aufgegriffen werden. Dann wird auch zur weiteren Entwicklung des Krisenhauses in Dresden berichtet.
Frau Hänel bedankte sich bei allen Podiumsmitgliedern und Gästen für den anregenden Abend. Es gab sehr viele Informationen, die es nun erst einmal zu verarbeiten gilt. Sollten im Nachgang Fragen entstehen, steht das Team des PTV gern unter den bekannten Kontaktdaten zur Verfügung.
Eine Zusammenfassung der Informationen von Frau Hänel sowie den
gestellten Fragen können Sie hier einsehen:
Frau Wolf, Leiterin der Kontakt- und Beratungsstelle des Psychosozialen Trägerverein Sachsen e. V. informiert über die Recovery-Veranstaltung am 22.04.2010 um 16:30 Uhr im Veranstaltungsraum des PTV, Gabelsbergerstraße 27a. Die Veranstaltung ist für Publikum offen und kostenfrei. Referieren wird Frau Anne Hoffmann, eine Mitarbeiterin des Weglaufhauses Berlin.