Das dritte Forum für Psychiatrie fand statt am:
Mittwoch, den 12. September 2007 von 19 – 21 Uhr
in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität
„Amadeus“, Striesener Str. 2
zum Thema
„Jung und in der Seele verletzt“
Fragen und Ideen zur Situation junger Menschen mit seelischen Problemen in Dresden
Protokoll des Forums für Psychiatrie zum Thema
„Jung und in der Seele verletzt“
Im Podium diskutierten unter der Leitung von Frau John (Paritätischen Wohlfahrtsverband):
Frau Dr. Hummel, Kinder- und Jugendsychiatrie, Psychotherapie,
Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf
Herr Dr. Weigel, Allgemeiner Sozialer Dienst Blasewitz / Loschwitz
Frau Dr. Wanderer, Jugendpsychiatrischer Dienst
Frau Hannich, Schulprojekt „Verrückt? Na und!“, Irrsinnig Menschlich e.V.
Herr Dolinski, Projekt „a casa“ des Psychosozialen Trägerverein Sachsen e.V.
Frau Günther, Projekt „KIELT“ des Psychosozialen Trägerverein Sachsen e.V.
Eingeladen, aber leider nicht erschienen waren Frau Götz (Schulsozialarbeiterin) und Herr Franke-Lesche ( „Outlaw“ gGmbH, Flexible erzieherische Hilfen).
Zum Abend kamen ca.60 BesucherInnen.
Wir danken allen Gästen, BesucherInnen und der Moderatorin für Ihre Teilnahme und offene Diskussion zum Thema!
Anregungen aus der Diskussion:
Das wünschen sich junge psychisch kranke Menschen:
Normale Behandlung
Sichere Orte und Menschen über einen langen Zeitraum (Behandeln = Beheimaten)
Passende Schulstrukturen (z.B. möglichen Schulwechsel nach einem Krankenhausaufenthalt; in Grundschulen gut möglich; in Mittelschulen und Gymnasien schwierig; wünschenswert sind psychische Integrationsplätze).
Beschäftigung und Arbeit zur Erprobung nach einer Krise
(Unterstützung durch die Agentur für Arbeit)
Erwachsene, die ihre Verantwortung wahrnehmen („Kinder haben zuviel Verantwortung, das muss ihnen abgenommen werden.“)
Aufklärung darüber, dass Drogenkonsum psychische Krankheit verursachen kann
Außerdem werden benötigt :
Praktische Hinweise für die Angehörigen (z.B. Kindergeld kann weiter beantragt werden.)
Öffentlichkeitsarbeit über psychische Krisen
„Fahrplan“, was zu tun ist, wenn ein Kind oder Jugendlicher eine seelische Krise hat
Netzwerke für die Zeit nach der Klinik- z.B. „Hand in Hand von Kultus und Jugendamt“
Jugendamt, dass Elternhäuser und Familien entlastet
eine Lobby für diese Kinder und Jugendliche und dadurch Sponsoren; z.B. einen Förderverein für psychisch kranke Kinder und Jugendliche
Arztgespräche mit den Eltern auch bei Jugendlichen, die 18 Jahre und älter sind
Politische Arbeit, dass sozialpolitische Schwierigkeiten nicht immer mehr zunehmen;
z.B. Selektion in Wohngebieten oder Eltern können aus finanziellen Gründen ihre in Arnsdorf behandelten Kinder nicht regelmäßig besuchen. Tipp: Landtagsabgeordnete können angesprochen werden und können etwas initiieren!
Männliche Ansprechpartner in der Jugendhilfe
Unzureichend wurde im Moment eingeschätzt:
Anzahl der Ärzte und Psychotherapeuten für diese jungen Menschen
Aufklärung in der Gesellschaft über psychische Krankheiten
Bekanntheit von bestehenden Hilfen und Projekten
Schnelle Entscheidung über zuständigen Kostenträger bei Hilfen für Jugendliche mit seelischen Problemen (nicht Berge von Gutachten)
Ambulanten Hilfen nach dem Klinikaufenthalt, so dass es oft zur Wiederaufnahme kommt
Hoffnungsschimmer:
Schulprojekt: „Verrückt? Na und!“ klärt SchülerInnen über seelische Gesundheit und Krisen auf und Menschen, die psychisch krank waren, gehen dort an die Öffentlichkeit.
Informationen über bestehende Angebote wurden heute Abend ausgetauscht („KIELT“ und „a casa“ des Psychosozialen Trägervereins).
Ab 1. November eröffnet in Radebeul eine neue Institutsambulanz vom Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf; wo Kinder und Jugendliche von ÄrztInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen betreut werden können.
Durch die gute Betreuung eines Jugendlichen im Gut Gamig gelang es, dass dieser eine Ausbildung trotz Schwierigkeiten mit den MitschülerInnen des Bildungsunternehmens absolvierte.
In Beratungsstellen des Jugendpsychiatrischen Dienstes können schnell Hilfen geleistet werden; hier in Dresden sind diese auch mit ÄrztInnen besetzt, was bundesweit nicht üblich ist.
Mehr über die vorgestellten Projekte können Sie unter folgenden Adressen erfahren:
Das nächste Forum für Psychiatrie findet statt am:
in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität
„Amadeus“, Striesener Str. 2
zum Thema
Persönliches Budget
Forum für Psychiatrie
des PTV Sachsen e.V.,
erreichbar unter: psychiatrieforum@ptv-dresden.de